Über uns

Die No Border Assembly ist ein wöchentliches Treffen in Berlin/Brandenburg, um Widerstand gegen Grenzen in all ihren Formen zu organisieren.

Ihr erreicht uns unter: noborderassembly[at]riseup[dot]net
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WOFÜR WIR STEHEN

Die derzeitigen Mitglieder der Gruppe identifizieren sich mit den folgenden Ideen:
1. Wir kämpfen für komplette Bewegungsfreiheit und ein Bleiberecht für alle, für gleiche Rechte und Gerechtigkeit: keine Grenzen, keine Abschiebungen!
2. Wir sind überzeugt von der Kraft nichtstaatlicher, herrschaftsfreier Bewegungen, kollektiver Organisierung und praktischer gegenseitiger Solidarität.
3. Der Kampf gegen Grenzen und Abschiebungen ist verbunden mit dem Kampf gegen jede Form der Unterdrückung (Sexismus, Ableismus usw.), mit dem Kampf gegen Rassismus, Neokolonialismus und Kapitalismus.

Was meinen wir, wenn wir sagen: KEINE ABSCHIEBUNG!

Abschiebungen sind Gewaltakte von Nationalstaaten, die unsere individuelle und kollektive Freiheit einschränken. Wir sehen Abschiebungen als eine Praxis, die Nationalismus und die aus Kolonialismus und Kapitalismus entstandenen globalen Ungleichheiten aufrechterhält. Die Abschaffung von Abschiebungen wäre ein grundlegender Schritt hin zu einer gerechteren Welt. Eine Welt, in der alle Menschen frei entscheiden können, wo sie leben wollen.

Was meinen wir, wenn wir sagen: KEINE GRENZEN!

Wir sind nicht einverstanden mit dem Konzept der Nationalstaaten und der Praxis der Regierungen, Grenzen zwischen uns durchzusetzen. Grenzkontrollen, Segregation in Lagern, Reisebeschränkungen, ungleicher Zugang zu Gesundheitsversorgung, Sozialhilfe und Arbeitsrechten, kein Wahlrecht sowie die Migrations- und Asylpolitik als solche schaffen Grenzen zwischen uns. Diese künstlichen Grenzen geben Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres nationalen und wirtschaftlichen Status, ihres Aussehens, ihres Geschlechts und ihres Vermögens Vorrang. Wir lehnen eine Autorität ab, die definiert, wer irgendwo leben oder Teil einer Gemeinschaft sein darf und wer nicht. Wir kämpfen für eine Welt, in der uns keine Autorität kategorisiert oder Entscheidungen für uns trifft.

Was meinen wir, wenn wir sagen: ANTIKAPITALISMUS!

Konzerne kontrollieren die meisten unserer täglichen Bedürfnisse, von unserer Nahrung, Kleidung oder Wohnung bis hin zu den Medien, unseren Finanzen oder unserer Kommunikation. Diese Kontrolle basiert nicht auf Werten wie Freiheit, Gerechtigkeit oder Gleichheit: die einzige Erwägung ist der maximale Profit. Auch Abschiebungen und Grenzen bringen Profit für diese Unternehmen: Gefängnisse, Grenzsicherung, Abschiebeflüge, Flüchtlingsunterkünfte. Wir streben einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer Welt an, in der Reichtum gerecht verteilt ist und in der Menschen mehr Wert sind als Geld. Eine Welt frei von Ausbeutung zur Bereicherung weniger, mit gesellschaftlicher Wertschätzung gegenüber reproduktiver, emotionaler und Sorgearbeit, selbstbestimmter Arbeit und einer entkolonialisierte solidarische Weltwirtschaft.

Was meinen wir, wenn wir sagen: ENTKOLONIALISIERUNG!

Kolonialismus gehört nicht der Vergangenheit an. Der antikoloniale Widerstand hat in jahrhundertelangem Kampf Teile des Kolonialismus zurückgedrängt, auch wenn vieles davon erhalten geblieben ist. Es gibt immer noch eine ungleiche Verteilung des globalen Reichtums und der globalen Macht, die aus Kolonialismus und Sklaverei hervorgegangen ist. Teile der Welt sind nach wie vor von Nachkommen kolonialer Siedler*innen besetzt. Die tief verwurzelte Denkweise der weißen Vorherrschaft ist nach wie vor in der Gesellschaft und den Institutionen verankert. Und die Förderung kolonialer Symbole und verfälschter Geschichte hat Bestand. Auch die europäische Migrationspolitik basiert auf dem gleichen kolonialen Verständnis: Migrant*innen und eflüchtet werden auf ihren potentiellen wirtschaftlichen Gewinn für die Volkswirtschaft reduziert, der Ausbeutung unterworfen und ausgeschlossen oder abgeschoben, wenn sie nicht als profitabel genug angesehen werden. Der neokoloniale Kapitalismus nutzt systematisch die Arbeitskraft von People of Color (PoC) und Menschen im globalen Süden aus, um Macht und Reichtum im (weißen) Europa und anderen westlichen Staaten zu zentralisieren. Deshalb treten wir für eine tiefgründige Reflexion darüber ein, wie koloniale Privilegien in unserer Gruppe und Umgebung wirken, und streben danach, Teil der Dekolonisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissen zu sein.

Was meinen wir, wenn wir sagen: FÜR EINE WELT OHNE UNTERDRÜCKUNG!

Wir alle sind in einer unterdrückerischen Welt aufgewachsen, in der PoC schlechter behandelt werden als Weiße, in der Frauen*, nichtbinäre und transsexuelle Menschen anders behandelt werden als (cis-)Männer, in der Schwule, Lesben und Queers anders behandelt werden als Heteros (neben vielen anderen Formen der Unterdrückung). Eine andere Welt ist möglich! Wenn wir für unsere Freiheit kämpfen, wollen wir für Freiheit von uns allen kämpfen. All diese Formen der Unterdrückung sind miteinander verbunden. Wir wollen, dass unsere Plattform ein Raum der Solidarität ist, in dem wir gemeinsam jede Art von Unterdrückung bekämpfen und uns für eine Welt einsetzen, die auf Gerechtigkeit und Gleichheit für alle beruht!

Was meinen wir, wenn wir sagen: KOLLEKTIVE SELBSTORGANISATION!

Regierungen bestimmen einen Großteil unseres täglichen Lebens. Sie behaupten, besser als wir selbst zu wissen, wie man die Gesellschaft organisiert. An den Arbeitsplätzen geben uns Chefs Anweisungen und verweigern uns die Entscheidungsgewalt. Wir wollen jedoch eine Welt, die nicht-hierarchisch organisiert ist: Organisationsformen, in denen jeder die gleiche Entscheidungsgewalt hat. Die No Border Assembly trifft Entscheidungen im Konsens, was bedeutet, dass alle, die von einer Entscheidung betroffen sind, kollektiv entscheiden, bis alle hinter dieser Entscheidung stehen können. Ohne Führung kämpfen wir für eine Welt, in der wir unser Handeln und Leben bestimmen.